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Bilddateien sind Public Domain Mark 1.0. Bonn, Akademisches Kunstmuseum, ID5271.
Baktrien: Heliokles I.
Inventarnummer: G.60.14
Münzstand: Antike Herrscherprägung, Autorität: Heliokles I. von Baktrien
Nominal: Tetradrachme
Datierung: 145-130 v. Chr.
Land: Afghanistan
Münzstätte: Baktra? (Baktria)
Vorderseite: Büste des Heliokles mit Diadem n.r., das Gewand über der rechten Schulter zusammengerafft; Eierstabkranz
Rückseite: BΑΣIΛEΩΣ / HΛIOKΛEOYΣ // ΔΙΚΑΙΟΥ. Zeus, frontal stehend, das Gewand von der linken Schulter herabfallend, so daß der rechte Oberkörper frei ist, in der Rechten Blitz und in der erhobenen Linken Zepter, links unten Monogramm
Herstellung: geprägt
Münze, Silber, 16,71 g, 31 mm, 12 h
Dargestellte/r:
Heliokles I. von Baktrien
Vorbesitzer:
Dr. Dieter Bellinger (1939-)
Literatur: O. Bopearachchi, Monnaies Gréco-Bactriennes et Indo-Grecques, Paris 1991, Serie 1 Monogrtamm U; R. Curiel / G. Fussmann, Le Trésor monétaire de Qunduz, Paris 1965, S. 36-38 Nummern 390-471; SNG ANS 643; O.D. Hoover, The Handbook of Greek Coinage Series, Volume 12, Coins of Bactria and Ancient India, Lancaster/London 2013, 169
Provenienz: Dauerleihgabe Universitätsstiftung (Zustiftung Bellinger); ex Burgan, Paris, Succession Bernard Poindessault, Auktion 17.11.2017, Nr. 86.
Webportale:
https://numismatics.org/bigr/id/bigr.heliocles_i.1.2
Die Münze nennt als Emittenten Heliokles, der nur von seinen Münzen bekannt ist. Bei den Münzen handelt es sich um Tetradrachmen und Drachmen auf dem attischen Standard mit griechischer Legende auf Vor- und Rückseite, so dass sein Herrschaftsgebiet in Baktrien, nördlich des Hindukish, gewesen sein muss. Der Name Heliokles bezieht sich auf den Sonnengott. Er steht damit in der Linie der Seleukiden, die auf ihren Münzen den Stammvater Apollo dargestellt haben. Mit dem Rückseitenbild Zeus knüpft Heliokles an die Emissionen von Diodotos und Agathokles an. Mit Agathokles verbindet ihn auch sein Beiname ΔIKAIOY (des Gerechten). Heliokles könnte ein Bruder oder - vermutlich eher - ein Sohn des Eukratides I gewesen sein. Eukratides I hat auf seinen Münze mit dem Bild der Dioskuren ebenfalls auf Zeus, deren mythischer Vater, hingewiesen. Der um 140-115 v. Chr. datierte Trésor monétaire de Qunduz (R. Curiel/G.Fussmann, Paris 1965)enthielt 204 Tetradrachmen und 17 Drachmen des Heliokles. Seine Münzen sind von den Yuezhi-Nomaden und Jahrzehnte später noch unter dem Kushan-Herrscher Kadphises (30/50-80 n.Chr.) imitiert worden. Demnach hat Heliokles in der Spätzeit der griechischen Herrschaft in Baktrien, vielleicht im Norden des Hindukush sogar als letzter griechischer Herrscher regiert. Seine Münzen tragen 26 verschiedene Monogramme, die überwiegend, wie auf dieser Münze, der Monogramm-Familie Pi angehören. Aber ein Schluß kann bisher aus den Monogrammen weder auf die Münzstätte, noch auf Emissionen oder Magistrate gezogen werden. Um 145 v. Chr. fiel Ai Khanoum in die Hände der von Norden vordringenden Skythen und Yuezhi, so daß die Münzen des Heliokles nicht mehr in Bactra, sondern auf dem allmählichen Rückzug der Griechen in den Süden Baktriens geprägt sein könnten.
Bonn, Akademisches Kunstmuseum
Accession Zugangsart Leihnahme
Zitierweise für dieses Objekt: Digitales Münzkabinett des Akademischen Kunstmuseums der Universität Bonn, G.60.14
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